{"id":956,"date":"2023-09-27T12:25:28","date_gmt":"2023-09-27T12:25:28","guid":{"rendered":"https:\/\/aiqunited.com\/?post_type=editorial&#038;p=956"},"modified":"2023-11-26T21:50:38","modified_gmt":"2023-11-26T21:50:38","slug":"aenderungsrichtlinie-2018-822-eu-dac-6-in-luxemburg","status":"publish","type":"editorial","link":"https:\/\/aiqunited.com\/de\/editorial\/aenderungsrichtlinie-2018-822-eu-dac-6-in-luxemburg\/","title":{"rendered":"\u00c4nderungsrichtlinie 2018\/822\/EU (\u201eDAC 6\u201c) in Luxemburg"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anwendungsbereich und Regelungstatbest\u00e4nde&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In ihrer f\u00fcnften \u00c4nderungsrichtlinie 2018\/822\/EU (allgemein \u201eDAC 6\u201c) zur Richtlinie 2011\/16\/EU zu Offenlegungspflichten f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Steuergestaltungsmodelle vom 25. Mai 2018 verpflichtet der Rat der Europ\u00e4ische Union die Mitgliedstaaten zur Implementierung einer gesetzlichen Meldepflicht von grenz\u00fcberschreitenden (Steuer-)Gestaltungen bis zum 31. Dezember 2019. Die Implementierung der DAC 6 in das nationale Recht der Mitgliedstaaten der Europ\u00e4ische Union und eine versch\u00e4rfte Darlegung des Regelungsinhaltes liegt im Ermessen des Mitgliedstaates selbst und ist deshalb von Land zu Land gesondert zu pr\u00fcfen. Auch eine aufgrund einer beruflichen Verschwiegenheitspflicht vereinfachte Meldepflicht f\u00fcr Personen wird in den Mitgliedstaaten der Europ\u00e4ische Union bisher oftmals unterschiedlich ausgelegt. Am 8. August 2019 legte die luxemburgische Regierung den Gesetzentwurf Nummer 7465 zur Verabschiedung und Implementierung einer Mitteilungspflicht f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Steuergestaltungsmodelle dem luxemburgischen Parlament vor. Eine Verabschiedung des Gesetzentwurf Nummer 7465 erfolgte bisher nicht, ist jedoch alsbald mit r\u00fcckwirkendem Inkrafttreten zum 01. Januar 2020 zu erwarten. Deutschland verabschiedete am 30. Dezember 2019 den aktuellen Gesetzentwurf zu DAC 6 und dessen Implementierung in die nationale Gesetzgebung der \u00a7\u00a7 138d ff. mit Wirkung ab dem 01. Januar 2020. \u00dcber eine Meldepflicht innerstaatlicher Gestaltungen wurde bereits ein Gesetzentwurf vorgelegt, welcher jedoch in der bisherigen Umsetzung in nationales Recht nicht enthalten ist. Der luxemburgische Gesetzentwurf und die implementierte deutsche Gesetzgebung entsprechen im Wesentlichen der DAC 6. Beide sind entsprechend weit gefasst und beinhalten gro\u00dfe Unklarheiten in der praktischen Anwendung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Intermedi\u00e4r und Steuerpflichtiger&nbsp;Der luxemburgische Gesetzentwurf legt dem \u201eIntermedi\u00e4r\u201c und dem Steuerpflichtigen eine Meldepflicht auf, wobei \u201eIntermedi\u00e4r\u201c hier jede einem europ\u00e4ischen Recht unterliegende Person ist, welche grenz\u00fcberschreitende Gestaltungen f\u00fcr Dritte konzipiert, vermarktet, organisiert, zur Nutzung bereitstellt oder dessen Umsetzung verwaltet. Hierbei handelt es sich u.a. um Steuerberater, Rechtsanw\u00e4lte und AIFM. Aufgrund des dadurch weit ausgelegten Begriffs des \u201eIntermedi\u00e4r\u201c stellen sich Fragen in der praktischen Anwendung, welche durch eine zuk\u00fcnftige Verwaltungsanweisung im Inland n\u00e4here Spezifikation finden soll. So ist jedoch h\u00e4ufig ein fundiertes steuerrechtliches Hintergrundwissen notwendig, um grenz\u00fcberschreitende Gestaltungen als solche zu erkennen und beurteilen zu k\u00f6nnen. Auch ist durch die weit gefasste Definition davon auszugehen, dass mehrere Beteiligte in Bezug auf die gleiche grenz\u00fcberschreitende Gestaltung, \u201eIntermedi\u00e4r\u201c sein k\u00f6nnen, auch wenn grunds\u00e4tzlich Doppelmeldungen nicht vorgesehen sind. Sofern ein \u201eIntermedi\u00e4r\u201c jedoch nicht einem Recht eines europ\u00e4ischen Staates unterliegt, oder auf Grund einer in dem Ans\u00e4ssigkeitsstaat unterlegenen Verschwiegenheitspflicht kein Meldepflichtiger sein kann, verschiebt sich diese Pflicht zur Meldung in letzter Instanz auf den Steuerpflichtigen. Diese Meldepflicht kann theoretisch in letzter Instanz auch den Anleger eines Investmentfonds treffen.&nbsp;Gegenstand und Kennzeichen&nbsp;Meldepflichtig im Speziellen sind grenz\u00fcberschreitende Gestaltungen, die eines der allgemeinen Kennzeichen oder spezifischen Kennzeichen erf\u00fcllen und welche zur Erlangung eines Steuervorteils f\u00fchren (\u201eMain Benefit\u201c-Test). Die Meldepflicht selbst betrifft alle direkten Steuern, wie beispielsweise die Einkommen-, K\u00f6rperschaft-, Gewerbe-, Grunderwerb-, Erbschaft- und Schenkungssteuer. Die Umsatzsteuer als indirekte Steuer scheint von der Meldepflicht ausgenommen. Unklar ist bisher der Anwendungsbereich auf die taxe d\u2019abonnement, die bei luxemburgischen Investmentfonds anf\u00e4llt. Zur Pr\u00fcfung und Identifizierung der meldepflichtigen Kennzeichen verweist der Gesetzentwurf im Weiteren auf die Ausf\u00fchrungen i.S.d. Anhangs IV der \u00c4nderungsrichtlinie 2018\/822\/EU. Allgemeine Kennzeichen beschreiben insbesondere die \u00e4u\u00dferen Gestaltungsmerkmale, wie die Vereinbarung einer Vertraulichkeitsklausel \u00fcber den Steuervorteil einer Struktur. Die spezifischen Kennzeichen umfassen transaktionsbedingte Vorteilserlangungen, wie Verrechnungspreisgestaltungsmodelle. So umfassen die Meldepflichten auch legale grenz\u00fcberschreitende Gestaltungen. Folgende \u00dcbersicht zeigt die allgemeinen und spezifischen Kennzeichen welche aktuell Umsetzung in das luxemburgische Gesetz finden sollen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"989\" height=\"593\" src=\"https:\/\/aiqunited.com\/storage\/2023\/09\/Bild3.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-678\" srcset=\"https:\/\/aiqunited.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Bild3.png 989w, https:\/\/aiqunited.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Bild3-300x180.png 300w, https:\/\/aiqunited.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Bild3-768x460.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 989px) 100vw, 989px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Meldefristen&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wurde ein meldepflichtiges Modell identifiziert, so sieht der vorliegende Gesetzentwurf, analog der \u00c4nderungsrichtlinie, eine Meldepflicht innerhalb von 30 Tagen nach Quartalsende an die zust\u00e4ndige Finanzverwaltung vor. Diese Frist beginnt u.&nbsp;a., (i) wenn ein Modell zur Umsetzung bereitgestellt wird, (ii) wenn ein Modell umsetzungsbereit ist, oder (iii) wenn die Umsetzung begonnen wurde, je nachdem was fr\u00fcher eintritt. Des Weiteren sind \u201eAltmodelle\u201c welche zwischen dem 25. Juni 2018 und dem 1. Juli 2020 implementiert wurden (\u201e\u00dcbergangsphase\u201c) innerhalb von 30 Tagen nach Ende der \u00dcbergangsphase bis zum 31. August 2020 meldepflichtig. Ein Zeitstrahl wesentlicher Daten kann wie folgt vereinfacht dargestellt werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"658\" height=\"180\" src=\"https:\/\/aiqunited.com\/storage\/2023\/09\/Bild4.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-677\" srcset=\"https:\/\/aiqunited.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Bild4.png 658w, https:\/\/aiqunited.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Bild4-300x82.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 658px) 100vw, 658px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Meldedaten und Form<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die an die jeweilige Finanzverwaltung abzugebende Meldung selbst umfasst, vereinfacht dargestellt, u.&nbsp;a. die erweiterten Angaben zum \u201eIntermedi\u00e4r\u201c und des Steuerpflichtigen, Einzelheiten und Beurteilung zu den herangezogenen Kennzeichen, eine zusammenfassende Beschreibung des Modells, Datum des Umsetzungsbeginns, einen Wert der meldepflichtigen grenz\u00fcberschreitenden Gestaltung sowie eine Liste involvierter Mitgliedstaaten. Nach der \u00dcbergangsphase zum 1. Juli 2020 werden die gemeldeten grenz\u00fcberschreitenden Gestaltungen jeweils 30 Tage nach Ende des Anzeigequartals zwischen den betroffenen Finanzverwaltungen ausgetauscht. Welche Form und \u00fcber welchen Weg eine Meldung in Luxemburg erfolgen wird, ist noch nicht bekannt. Deutschland ver\u00f6ffentlichte einen xml-Standard, welcher \u00fcber eine Schnittstelle in Elster die meldepflichtigen Informationen zur deutschen Finanzverwaltung \u00fcbermittelt und diese somit den Weg in den Informationsaustausch finden werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Schlussfolgerungen und To-dos&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der luxemburgische Gesetzentwurf Nummer 7465 entspricht im Wesentlichen der DAC 6 und ist aufgrund der fehlenden oder weitgefassten Bestimmungen der DAC 6 nicht hinreichend konkret. Dies f\u00fchrt dazu, dass zumindest in der Anfangsphase eine weite Auslegung der Kennzeichen und damit der meldepflichtigen grenz\u00fcberschreitenden Gestaltungen zu erwarten ist. Insofern erwartet der Finanzplatz Klarstellungen seitens der Finanzverwaltung(en). Bis dahin ist mit national und international \u201eunn\u00f6tigen Meldungen\u201c und Doppelmeldungen zu rechnen. Bereits heute sollte mit der Identifizierung von&nbsp;Altmodellen&nbsp;und insbesondere der zu meldenden Gestaltungen begonnen werden, um im August 2020 einer zeitnahen Meldung nachzukommen. Bei fehlender \u00dcbermittlung von Informationen, versp\u00e4teter \u00dcbermittlung oder \u00dcbermittlung unvollst\u00e4ndiger oder unrichtiger Daten seitens des \u201eIntermedi\u00e4res\u201c bzw. des Steuerpflichtigen, k\u00f6nnen diese in Luxemburg mit Sanktionen bis zu 250.000 Euro geahndet werden. Falls bisher noch keine Entscheidung der Steuerpflichtigen in Bezug auf eine Identifizierung von w\u00e4hrend der \u00dcbergangsphase implementierten meldepflichtigen grenz\u00fcberschreitenden Gestaltungen getroffen wurde, sollte nun unmittelbar und bis zum 1. Juli 2020 entschieden werden. Die Meldedaten sind zeitnah aufzubereiten, damit diese den zust\u00e4ndigen Finanzbeh\u00f6rden rechtzeitig zur Verf\u00fcgung gestellt werden k\u00f6nnen. AIQU TAX S.\u00e0 r.l. unterst\u00fctzt in Phase I bei einer Betroffenheitsanalyse der implementierten Struktur und Transaktionen, um in Phase II die Meldungen vorzubereiten und an die zust\u00e4ndige Finanzverwaltung zu \u00fcbermitteln. Gerne stellen wir unsere Leistungen in einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch vor.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":899,"template":"","class_list":["post-956","editorial","type-editorial","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.0 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>\u00c4nderungsrichtlinie 2018\/822\/EU (\u201eDAC 6\u201c) in Luxemburg - Aiqunited<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/aiqunited.com\/de\/editorial\/aenderungsrichtlinie-2018-822-eu-dac-6-in-luxemburg\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u00c4nderungsrichtlinie 2018\/822\/EU (\u201eDAC 6\u201c) in Luxemburg - Aiqunited\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Anwendungsbereich und Regelungstatbest\u00e4nde&nbsp; In ihrer f\u00fcnften \u00c4nderungsrichtlinie 2018\/822\/EU (allgemein \u201eDAC 6\u201c) zur Richtlinie 2011\/16\/EU zu Offenlegungspflichten f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Steuergestaltungsmodelle vom 25. 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